Wir Maschinenmenschen
11 Jun

Wir denken zusehends in Hyperlinks, in Schnipseln und in Metawissen. Und zum Beweis für diese steile These empfehle ich ausdrücklich den Artikel von Nicholas Carr bei theatlantic.com. Überschrift: Is Google Making Us Stupid? Hört sich erstmal recht reißerisch an. Die Sache ist: Carr hat recht. Schon in seiner Beschreibung, wie schwer es fällt sich auf längere Texte einzulassen, Bücher von vorne bis hinten zu lesen. Die Übersprungshandlungen nehmen zu. Unser Denken hüpft von Gedanke zu Gedanke wie von Link zu Link. Zu diesem Wort fällt uns jenes ein, zu jenem Wort dieses. Und dazwischen ist ein großes Meer an Nichts. Wer braucht noch Gedichte auswendig zu lernen, wenn die Verse nur einen Klick entfernt sind? Wer will sich noch Gedanken machen um das Wesen der Welt, wenn sie in Myriaden Nachrichtenmosaiksteinchen vermeintlich erklärt wird?
Schon aus dieser Perspektive ist es lohnenswert Carrs Gedanken zu folgen (über vier Seiten! Puh, wie anstrengend …) Wie in Kubricks 2001 bekommen die Maschinen die menschlichsten Züge, weil wir ihnen blind vertrauen:
In the world of 2001, people have become so machinelike that the most human character turns out to be a machine. That’s the essence of Kubrick’s dark prophecy: as we come to rely on computers to mediate our understanding of the world, it is our own intelligence that flattens into artificial intelligence.
Foto: joanofarctan/flickr
