Impressumspflicht und Offline-Spam
28 Okt
Es gibt ja diese sogenannte Impressumspflicht, wonach also jeder Webseitenbetreiber in Deutschland gezwungen wird, eine ladungsfähige Anschrift anzugeben. Diese darf keine Firmenadresse sein und auch kein Postfach, weil die Gesetzgeber davon ausgehen, dass man dort etwaige Post nicht so toll empfangen kann wie zu Hause. Also ist die ladungsfähige Anschrift eine Privatadresse. Das ist, dachte ich, insoweit nicht so schlimm, weil man ja als Besitzer einer .de-Adresse sowieso seine Privatsphäre an die denic abgibt, die solche Daten auch der Öffentlichkeit preisgibt. Seit ich aber nun die Impressumspflicht erfülle, um abmahnenden Drecksanwälten die Arbeit zu ersparen, mir unverlangt Kostennoten zu schicken, bekomme ich Post. Pressemitteilungen von einer Weinhandlung, von einigen PR-Firmen undsoweiter. Pressemitteilung heißt: die wissen, dass ich Journalist bin. Privatadresse heißt: sie haben sich auf meiner Homepage bedient, denn im Telefonbuch oder irgendwelchen Verzeichnissen stehe ich nicht. Nun meine Frage: dürfen die das? Und wenn nicht: was ließe sich dagegen unternehmen? Meine erste Idee war ja, die Post als unverlangt wieder zurückzusenden. Oder noch besser mit einem “Empfänger verstorben”.

Klar dürfen die das. Mailings per Post sind grunsätzlich zulässig (natürlich mit Ausnahmen, die aber hier nicht relevant sind). Ich würde einfach an den Absender mal ein Auskunftsersuchen nach Bundesdatenschutzgesetz stellen. Du hast ein Anrecht darauf zu erfahren, aus welchen Quellen die deine Daten haben. Dies müssen sie dir sagen. Auch, was sie alles über dich gespeichert haben. Da kannst du die schön auf Trab bringen. Auskunftsersuchen geht auch formlos per e-mail.
guter tipp, werde ich bei der nächsten sendung einfach mal probieren. denn ich weiß nur eins: im telefonbuch stehe ich nicht.
Bei uns in der Schweiz gibt es dafür ein wunderbares Mittel, und das wird mit dem französischen “refusé” umschrieben (Annahme verweigert):
Adresse (Deine) durchstreichen, daneben auf die Werbesendung “REFUSE” schreiben, und in den nächsten Briefkasten werfen.
Früher oder später ist dann Ruhe.