Erinnerungen an einen Tumult
31 Jan

Ich lese gerade im Buch “1968 – eine Enzyklopädie” (erschienen bei edition suhrkamp) – keine schlechte Lektüre, viele Texte, Sartre, Cohn-Bendit, aber auch der hessische Landbote und Walter Benjamin und Rosa Luxemburg und die Thesen über Feuerbach. Und eben auch Hans Magnus Enzensberger dessen Erinnerungen an einen Tumult folgendermaße beginnen:
Das Gedächtnis, ein Sieb. 1968, eine Jahreszahl, in der sich das Imaginäre eingenistet hat. Ein Gewimmel von Reminiszenzen, Allegorien, Selbsttäuschungen, Verallgemeinerungen und Projektionen hat sich an die Stelle dessen gesetzt, was in diesem atemlosen Jahr passiert ist. Die Erfahrungen liegen begraben unter dem Misthaufen der Medien, des “Archivmaterials”, der Podiumsdiskussionen, der veteranenhaften Stilisierung einer Wirklichkeit, die unter der Hand unvorstellbar geworden ist.
In diesem Sinn: freuen wir uns auf all die Veröffentlichungen, Podiumsdiskussionen und Stilisierungen, die uns im Jahr 40 nach der “Revolution” noch erwarten.
Foto: jylcat
