Ausgelagerter Journalismus

19 Jul

Nach gut einem Monat Pause (Urlaub, Arbeit, etc.), darf es nun weitergehen. Zum Beispiel mit dem Hinweis auf die US-amerikanischen ProPublica-Stiftung, die ihr Geld für investigativen Journalismus ausgibt und so schon etliche Scoops landen konnte. In der Neuen Zürcher zieht Bürochef Paul E. Steiger Bilanz und sagt unter anderem:

Heute kann man im Internet von morgens bis Mitternacht alle möglichen Finanzinformationen recherchieren, ohne zweimal auf das gleiche Dokument zu klicken. Dasselbe gilt für Sport, Politik oder Wetter. Entsprechend entwickelt sich die Zeitung von etwas Notwendigem zu etwas, dessen Vorteil darin liegt, Nachrichten einfach nur in einem praktischen Format anzubieten.

Genau. Und weil in den USA kräftig an der Qualität gespart wird, will ProPublica sie aufrechterhalten. Auch ‘ne gute Idee für Deutschland? Genau, denkt sich Undercover-Spezialist Günter Wallraff und will, so sagt er im Interview mit der Süddeutschen, eine ebensolche Stiftung gründen:

Ich versuche deshalb gerade, ein paar Leute davon zu überzeugen, dass wir eine Stiftung brauchen, die jüngere Journalisten bei verdeckten und investigativen Recherchen mit einem Stipendium unterstützt. Dann könnte aus dem, was ich im Kleinen mache, eine Bewegung entstehen. Ich sehe durchaus ermutigende Zeichen, dass sich etwas ändert. Und ich erreiche mit meinen bescheidenen Mitteln zur Zeit mehr, als ich es mir erträumt habe.

Man könnte es auch so wenden: gute Recherchen sind teuer, also werden sie outgesourced.

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