68 und die Medien: Was kam zuerst?

8 Aug

Torsten Sülzer schreibt in der Kölnischen Rundschau über das Medienphänomen 68. Einige Wissenschaftler werden zitiert, Kathrin Fahlenbach etwa: “Anfangs setzten die 68er auf alternative Medien: Flugblätter, eigene Zeitungen. Dann bemerkten sie erstaunt, wie sehr die Medien auf ihre Form der öffentlichen Inszenierung von Protest, auf diese symbolischen Protestformen reagiert haben – und stellten sich darauf ein.” Die 68er also nicht mehr als ein bloßes Medienphänomen, gehypt bis zur Selbstüberschätzung? Mag sein. Doch wichtiger noch als mediale Lappalien wie Puddingattentate und Kommune-Fotos sind die Anlässe zur Revolte. Im Fernsehen liefen bewegte Bilder von den Kriegen dieser Welt, sie rückten die Welt zusammen. Erst daraus konnte der Protest erwachsen. Und die alternativen Zeitungen, sie entstanden teilweise auch erst in den 70er- und 80er-Jahren – gerade als Reaktion auf die Massenkultur und als Zeichen fortschreitender Individualisierung. Natürlich gab es keine Revolution, es gab nur Selbstheilungskräfte des Systems zu beobachten.

Foto: James K. F. Dung, SFC

One Response to “68 und die Medien: Was kam zuerst?”

  1. T. Sülzer 16. Aug, 2008 at 03:37 #

    Wobei noch zu erwähnen wäre: “konkret” war in den ersten Jahren DDR-finanziert.

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