Die Propaganda-Welt

Zugegeben: es ist einer dieser langen Artikel, die so anstrengend zu lesen sind, wenn doch alles immer kurz und knapp und auf 140 Zeichen oder weniger verpackt sein kann. Doch es steckt viel Wahrheit, in dem, was Mark Bowden in seinem Atlantic-Artikel über Rupert Murdoch schreibt. Wobei der Titel in die Irre führt: es geht nicht bloß um Murdoch und das Wall Street Journal, es geht um die Nachrichtenindustrie (, so nennt man das heute wohl) im Allgemeinen:
In the digital world, ignorance and crudity share the platform with rigor and taste; the independent journalist shares the platform with spinmeisters and con artists. Cable television and satellite radio have taken broadcast journalism in the same direction, crowding out the once-dominant networks, which strove for the ideal of objectivity, with new channels that all but advertise their politics. When all news is spun, we live in a world of propaganda.
The worst part of this is, the public doesn’t seem to care.
Die ökonomisch-orientierte Verbreitung von Nachrichten, die Renditeerhöhungen, die Schnell- wie Kurzlebigkeit sorgen dafür, so die These, dass das, was eine Zeitung noch vom Internet zu unterscheiden vermag, nämlich Hintergrund und Insider-Wissen auf breiter Basis zu vermitteln, mehr und mehr zugunsten von Scoops, vom Kräftemessen mit der vermeintlichen Konkurrenz verschluckt wird. Bleibt die Frage, ob es dafür einen MySpace-Murdoch braucht oder ob dies nicht ohnehin eine natürliche Entwicklung in einem zusehends umkämpfteren Markt ist, in dem das Produkt, die Nachricht selbst von Tag zu Tag weniger wert ist.
Siehe auch: Martin Dunn, How to survive Rubert Murdoch, British Journalism Review, 4/2007
Foto: coolcaesar/wikimedia


