Gestern ging für fünf Minuten das Licht aus – und was hat’s gebracht: gar nix. Ich weiß ja nicht, aber ich fand auch die Ökostrom-Marketing-Aktion der Commerzbank seltsam, in der vor ein paar Wochen angekündigt wurde, dass das Geldhaus ab nächstem Jahr Ökostrom aus Wasserkraftwerken bezieht. Die nächtliche Festbeleuchtung des Hochhauses, die gestern nach fünf Minuten wieder in Betrieb genommen wurde, bleibt natürlich erhalten. Und die Finanzierung neuer Kohlekraftwerke durch die Beteiligung an namhaften Energieunternehmen ebenfalls.
Ich mag die Skyline-Beleuchtung ja auch. Aber sie mal für einige Sekunden auszuschalten, ist doch ein wenig zu scheinheilig. Und dass sich für die Aktion Greenpeace und Bild vermählt haben, wirft doch auch ein ziemlich beschämendes Licht auf die in letzter Zeit sowieso eher glücklos agierende Umweltorganisation.
Was passiert, wenn plötzlich weniger Strom verbraucht wird? Er wird umgeleitet – Pumpwerke laufen an, um Wasser in höhere Regionen zu bringen, Generatoren springen an, Batterien werden gefüllt. Gespart wird nichts, nirgends. Aber alle haben ein gutes Gewissen. Ist ja auch schon viel wert.